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So still

13 Sep

Heute vor 6 Jahren ging mein kleiner Dave zu den Sternen. Der Schmerz wurde weniger, die Narbe bleibt für immer.

Mein kleiner Dave,

wo auch immer du gerade bist, ich bin mir sicher, es geht Dir gut.

Nun passt dein Ur-Opi auf dich auf, grüße ihn schon von mir. Und passt auch schön auf Herzchen auf, ja?

Wir denken viel an dich und haben dich sehr lieb!

Mama & Papa & Dein kleiner Bruder Kjell

So Still,
dass jeder von uns wusste,
das hier ist, für immer,
für immer und ein Leben
und es war so still,
dass jeder von uns ahnte,
hierfür gibt’s kein Wort,
das jemals das Gefühl beschreiben kann.

So still, dass alle Uhren schwiegen,
ja, die Zeit kam zum erliegen,
so still und so verloren gingst du fort,
so still und so verloren gingst du fort.

Ich hab so viel gehört und doch kommt’s niemals bei mir an,
das ist der Grund, warum ich nachts nicht schlafen kann,
wenn ich auch tausend Lieder vom Vermissen schreib‘,
heisst das noch nicht, dass ich versteh,
warum dieses Gefühl für immer bleibt.

So laut, die Stunden nach dem Aufschlag als es galt,
dass alles, zu erfassen und verstehen und es war,
so laut, dass alles was wir dachten nichts als Leere zu uns brachte,
so laut und so verloren war es hier,
als Stille bei uns wohnte anstatt Dir.

So still, obwohl ich dich mit jedem Tag vermiss`
und wo immer du auch gerade bist,
du zeigst mir, dass Stille jetzt dein Freund geworden ist.

1 Jul

5 Jahre.

13 Sep

Heute vor 5 Jahren ist mein Davie zu den Sternen gegangen…

Eine sehr lange Zeit, heute ist es wieder, als wär’s gestern gewesen, als man ihn mir aus dem Bauch gedrückt hat – noch heute habe ich den unglaublichen Spruch der Hebamme im Kopf „Dein Sohn will nicht gehen“ –  nein, wieso sollte er auch? Nur diese blöde Infektion bzw. die Gebärmutterhalsschwäche hat alles zerstört und unser Leben für immer verändert. Natürlich hätte es sonst unseren Kjell nicht gegeben, aber Dave ist trotzdem unser erster Sohn!

5 Jahre – die traumatische Phase hat sich verändert, kleine Herzstiche,wenn ich an die Zeit denke. Wehmütiges Nachdenken „was wäre wenn“, Dankbarkeit für einen gesunden, lebendigen Sohn. Traurigkeit um den Sohn, der nicht leben durfte, um das Lachen, das nicht erklingt, um die Kinderaugen, die nicht geleuchtet haben, um das Baby, das nicht schreien durfte.

Davie, auch heute zünde ich eine Kerze für Dich an. Mama & Papa denken heute ganz besonders an Dich!

Dieses Lied berührt mich sehr und passt so gut:

Unheilig – Sternenschiff
Songtext:

Es ist so viele Jahre her
als du zu den Sternen gingst
die Zeit verinnt
Ich sehe zu dir hoch zu deinem Licht
dass sich durch das Dunkle bricht
jede Nacht bis es erwacht
Sie soll nur der Himmel sein
sie soll nur der Himmel sein
jede Nacht
jede Nacht
Steige hoch in mein Schiff
schau hinaus ins Lichtermeer
der Nacht
bist du aufgewacht ?
Reise mit dem Sternenschiff zu dir
hoch zu deinem Licht
dass sich durch das Dunkle bricht
auf dem Weg zu dir
auf dem Weg zu dir
Sie soll nur der Himmel sein
sie soll nur der Himmel sein
auf dem Weg zu dir
Sie soll nur der Himmel sein
sie soll nur der Himmel sein
auf dem Weg zu dir
auf dem Weg zu dir
jede Nacht
jede Nacht

Ende des Sommers.

4 Sep

Ich habe vorhin das Planschbecken vom Balkon gesäubert und weggepackt. Auf Wiedersehen bis nächstes Jahr … 😦

Erst am Ende des Sommers merkt man, wie kurz er war, wieviel man eigentlich noch machen wollte und ich kann mich kaum an die schöne Zeit erinnern. Die Sommertage, die wir hatten, waren ja zumeist zu heiß. Ich war nicht einmal schwimmen, wollte eigentlich eine Schiffstour machen, im See schwimmen und noch viel mehr Sonne und Sonnenbräune tanken.

Leicht wehmütig freue ich mich zwar an den noch vorhandenen Sonnenstrahlen und hoffe auch auf ein paar „Über-20-Grad-Tage“ im September aber der Sommer 2010 ist definitiv gelaufen 😦

Also, bis zum nächsten Jahr…

11 Jul

„Die Liebe macht nicht alles schöner,
sie ruiniert einfach alles.
Sie bricht dir das Herz. Sie bringt alles durcheinander.
Wir sind nicht hier, um vollkommen zu sein.
Schneeflocken sind vollkommen.
Die Sterne sind vollkommen.
Wir nicht.“

(Ronny Cammareri, Mondsüchtig - Prologtext aus Lolly Winstons' Sommertau und Wolkenbruch)

Heute vor 4 Jahren :-(

13 Sep

Wochen vorher denke ich ständig daran, dann vergeht wieder etwas Zeit – und nun ist er wieder da… Der 4. Jahrestag von Davies Geburt. Manchmal kommt es mir vor, als wär es gestern gewesen, manchmal erscheint es 10 Jahre her.

Dieses Erlebnis hat mich verändert, meine Sicht der Dinge, eine Narbe in meinem Herzen wird für immer bleiben, das Gefühl der Unbeschwertheit ist in scheinbar unerreichbare Ferne gerückt und der Weg dorthin erschien unüberwindbar. Bis zu diesem Tag – und auch danach – ist mir nichts schlimmeres passiert. Was kann es auch schlimmeres geben, als sein Kind zu verlieren, mit dem man sein Leben geplant hat, auf das man sich gefreut und vorbereitet hat?

Viel Zeit ist vergangen, viel ist passiert. Ohne Dave würde es Kjell nicht geben, soviel ist mir klar. Trotzdem überlege ich oft, wie das Leben jetzt wohl wäre – dort gibt es dann zwei Versionen. Wie das Leben mit einem Kind wäre, was in der 22. Woche mit 435 g Geburtsgewicht überlebt hätte – oder mit einem Kind, was noch bis zum Januar 2006 in meinem Bauch gewesen wäre. Ich bin mir auch nicht sicher, wo wir heute wären, wenn Dave lebend auf die Welt gekommen wäre, ob wir als Familie hätten bestehen können? Die Aufgabe wäre hart gewesen, aber die Last des Verlustes und die Gedanken an alles Erlebte zu dieser Zeit lasten auch sehr schwer.

Eines ist sicher: Auch wenn nun nicht mehr jeden Tag eine Kerze brennt – wie in den ersten Monaten nach dem13. September 2005 – so denke ich noch sehr oft an meinen kleinen Dave!